1. Herren siegt im Spitzenspiel und behält weiße Weste

Mittelrhein Landesliga Herren: HSG Geislar-Oberkassel – HC Gelpe Strombach II 31:29 (14:14)

Es war das erwartet enge Spiel auf Augenhöhe, das sich die HSG im Heim-Duell mit der ambitionierten Reserve des HC Gelpe/Strombach liefern sollte. Nach dem in der Vorwoche eingefahrenen knappen Auswärtserfolg über die starke Drittvertretung des BTB Aachen musste das Spitzenspiel gegen die Oberbergischen zum nächsten Gradmesser für die noch ungeschlagene HSG werden. Der bessere Start in die Partie gelang dann auch zunächst den Hausherren – nach sechs Spielminuten führte die heimische HSG mit 4:2 in der unter Corona-Gesichtspunkten „ausverkauften“ IGS Beuel-Ost. Doch sollte sich anschließend erstmals zeigen, dass sich die HSG keine erheblichen technischen Fehlern und ein allzu passives Deckungsverhalten gegen die hochmotivierte Gastmannschaft leisten dürfte. Angetrieben vom überragenden HCGS-Halbrechten Marvin Scholz, den die HSG-Abwehr erst gegen Ende der Partie zu stoppen wusste, setzten die Oberbergischen mit einem 4:0-Lauf ihre erste Duftmarke und zogen ihrerseits auf 4:6 (10′) davon. Gestützt auf den in diesem Spielabschnitt herausragenden HSG-Linksaußen Emil Lunkenheimer wehrten sich die Hausherren  jedoch mit einer starken kämpferischen und spielerischen Leistung und gingen zunächst wieder mit 9:7 (14′) und dank eines konzeptreichen Angriffsspiels sogar mit 14:10 (25′) in Führung. Mit vier unerklärlichen und fast identischen Ballverlusten vergab die HSG dann schließlich jedoch ihre Chance auf ein komfortableres Polster und lieferte dem eiskalt konternden HCGS den Ausgleich zum bitteren 14:14-Halbzeitstand quasi auf dem Silbertablett.

Nach der Pause setzte die HSG schließlich ihre leidliche Tradition der Schwächephase im unmittelbaren Anschluss an den Seitenwechsel auch in diesem Spiel fort und gab den Gästen Gelegenheit, um auf 14:17 (33′) zu enteilen. Daran sollte sich auch zunächst geschlagene 18 Minuten lang nichts ändern. Über 16:18 und 20:23 hielt der HCGS die Hausherren auf Distanz und ging beim 22:26 (49′) verdientermaßen erstmalig mit vier Toren in Front. Doch es gehört zu den kämpferischen und mentalen Qualitäten der diesjährigen HSG-Truppe, dass sie sich – wie schon in der Vorwoche – selbst bei einem deutlicheren Rückstand in der Schluss-Viertelstunde nicht aus der Ruhe bringen lässt und beständig ihr Spielkonzept verfolgt. Und so kam es, dass die Hausherren auch nach einigen aus HSG-Sicht unglücklichen Entscheidungen der Schiedsrichter nicht in Verzweiflung gerieten oder gar Zuflucht in Beschwerde-Arien in Richtung der Unparteiischen suchten. Stattdessen fokussierte das Team sich komplett auf das eigene Spiel und pushte fortan nicht nur sich selbst, sondern insbesondere die mittlerweile einem Tollhaus gleichende Hölle Beuel Ost immer weiter nach vorne. Vorläufiger Höhepunkt des in der Folge eintretenden HSG-Rauschs sollte zunächst die 52. Spielminute sein, als Flügelflitzer Chrissi Wenzel einen denkwürdigen Tempogegenstoß aus 12 Metern Entfernung in das Gehäuse des HCGS donnerte, damit den 27:27-Ausgleichstreffer markierte und die heimische Festung Beuel Ost endgültig in Ekstase versetzte. In weniger als 100 Sekunden hatten die Bonner damit die zwischenzeitliche 24:27-Führung der Gäste egalisiert und sich in einen wahren Rausch gespielt, den Emil Lunkenheimer eine Minute später in die mittlerweile verdiente 28:27-Führung (54′) überführte. Fortan blieb es ein absolutes Herzschlagfinale zweier auf Sieg spielender Mannschaften, das schließlich ein glückliches Ende zu Gunsten der HSG finden sollte: Nachdem der überragende Felix Herzog mit seinem neunten Treffer zum erneuten 30:29-Führungstreffer (57′) für die HSG vorlegte und die Gäste zum Gegenangriff bliesen, handelte sich der HCGS eine 2-Minuten-Strafe wegen Meckerns ein, die in einem Ballwechsel zu Gunsten der Hausherren resultierte. Aufgrund der Entscheidung der Schiedsrichter legte der HCGS im Anschluss Protest gegen die Spielwertung ein. In den verbliebenen 2 1/2 Minuten nutzte die HSG die Chance auf den Sieg eiskalt, markierte mit Merlin Lohreys Tor zum 31:29 den entscheidenden Treffer und entschärfte durch eine Parade von Sebastian Pecher auch die letzten Angriffsbemühungen der Gäste. Schlussendlich gingen die disziplinierten und kämpferisch agierenden Hausherren als verdienter Sieger einer hochklassigen und packenden Begegnung zweier starker Mannschaften vom Platz.

Die HSG Geislar-Oberkassel darf derweil weiter als Spitzenreiter mit weißer Weste an der Tabellenspitze verbleiben und duelliert sich nach der erneuten Herbstpause am 28.11. im absoluten Topspiel mit der Drittvertretung der benachbarten HSG Siebengebirge.

Es spielten: Pecher, Roland, Wistoff (TW); Herzog (9/3), Lohrey (7), Lunkenheimer (6), Wenzel (3), Ruloff (3), Dummin (2), Wessel (1/1), Heuser, Esser, Santen, Sack.

Trainer: Zdravko Guduras, Christoph Schlecht